Bava Batra 80

Kapitel 80

א דלא כתיב בה אנן ידעינן ביה באונסא דפלניא לאו מודעא היא
1 in der nicht geschrieben steht: uns ist der auf diesen [ausgeübte] Zwang bekannt, gilt nicht als Erklärung. –
ב מודעא דמאי אי דגיטא ודמתנתא גלויי מילתא בעלמא היא ואי דזביני והאמר רבא לא כתבינן מודעא אזביני
2 Welche Erklärung: wollte man sagen, inbetreff eines Scheidebriefes oder einer Schenkung, so ist dies ja nur eine Kundgebung, und wenn inbetreff eines Kaufes, so sagte ja Raba, daß man keine Erklärung inbetreff eines Kaufes schreibe!? –
ג לעולם דזביני מודי רבא היכא דאניס וכמעשה דפרדיסא דההוא גברא דמשכין פרדיסא לחבריה לתלת שנין בתר דאכלה תלת שני חזקה אמר אי מזבנת לי מוטב ואי לא כבישנא לשטר משכנתא ואמינא לקוחה היא בידי כה"ג כתבינן מודעא:
3 Tatsächlich inbetreff eines Kaufes, denn Raba pflichtet bei im Falle eines Zwanges, wie bei folgendem Ereignisse mit einem Obstgarten. Einst verpfändete jemand seinem Nächsten einen Obstgarten auf drei Jahre, und nachdem dieser ihn die drei Jahre der Ersitzung genießbraucht hatte, sprach er zu jenem: Wenn du ihn mir verkaufst, so ist es recht, wenn aber nicht, so verstecke ich den Verpfändungsschein und sage, ich habe ihn gekauft. In einem solchen Falle schreibe man eine Erklärung.
ד אמר רב יהודה האי מתנתא טמירתא לא מגבינן בה היכי דמי מתנתא טמירתא אמר רב יוסף דאמר להו לסהדי זילו אטמורו וכתבו ליה ואיכא דאמרי אמר רב יוסף דלא אמר להו תיתבו בשוקא ובבריתא ותכתבו ליה מאי בינייהו איכא בינייהו סתמא
4 R. Jehuda sagte: Mit einer verborgenen Schenkungsurkunde kann man nichts einfordern. – Was heißt eine verborgene Schenkungsurkunde? R. Joseph erwiderte: Wenn er zu den Zeugen gesagt hat: geht, versteckt euch und schreibt sie ihm. Manche lesen: R. Joseph erwiderte: Wenn er zu ihnen nicht gesagt hat: geht auf den Markt oder den Freiplatz und schreibt sie ihm. – Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen in dem Falle, wenn er nichts gesagt hat.
ה אמר רבא והויא מודעא לחברתה אמר רב פפא הא דרבא לאו בפירוש איתמר אלא מכללא איתמר
5 Raba sagte: Sie gilt aber als Erklärung für eine andere. R. Papa sagte: Raba lehrte dies nicht ausdrücklich, vielmehr ist dies durch einen Schluß gefolgert worden.
ו דההוא גברא דאזל לקדושי אתתא אמרה ליה אי כתבת לי כולהו נכסיך הוינא לך ואי לא לא הוינא לך אזל כתביה לה לכולהו נכסי אתא בריה קשישא א"ל וההוא גברא מה תהוי עליה אמר להו לסהדי זילו אטמורו בעבר ימינא וכתבו ליה אתו לקמיה דרבא אמר להו לא מר קנה ולא מר קנה
6 Einst ging jemand sich eine Frau antrauen, und sie sprach zu ihm: Verschreibst du mir dein ganzes Vermögen, so will ich dir angehören, wenn aber nicht, so will ich dir nicht angehören. Hierauf ging er und verschrieb ihr sein ganzes Vermögen. Da kam sein alter Sohn und sprach zu ihm: Was soll aus mir werden!? Daraufhin sprach er zu den Zeugen: Geht, versteckt euch in E͑ber Jamina und verschreibt es ihm. Als sie hierauf zu Raba kamen, sprach er: Weder der eine noch die andere hat es geeignet.
ז מאן דחזא סבר משום דהויא מודעא לחברתה ולא היא התם מוכחא מילתא דמחמת אונסא הוא דכתב לה אבל הכא מר ניחא ליה דליקני ומר לא ניחא ליה דליקני
7 Wer dies sah, glaubte, weil die eine [Urkunde] als Erklärung für die andere galt. Dies war es aber nicht. In diesem Falle war es ersichtlich, daß er es ihr nur aus Zwang verschrieben hatte, in anderen Fällen aber kann es sein Wille sein, daß dieser es eigne und jener es nicht eigne.
ח איבעיא להו
8 Sie fragten: